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Die Akademie

Die Accademia Neue Musik Bolzano ist aus dem Wunsch der Stiftung Stadttheater und Konzerthaus heraus entstanden, die Verbreitung zeitgenössischer Musik zu fördern und die professionelle Aufführungspraxis in diesem Bereich zu verbessern. Die Accademia Neue Musik Bolzano ist in Zusammenarbeit mit Maestro Arnaldo de Felice und dank der Unterstützung durch den Europäischen Sozialfonds aufgebaut worden und will ein Ausbildungszentrum für zeitgenössische Musik sein. Die Akademie zeichnet sich durch innovative didaktische Lehrinhalte und Unterrichtsmethoden aus.

 

Die Methode

Die Accademia Neue Musik Bolzano wendet sich an Schüler, die im Rahmen anspruchsvoller Produktionen in ein Ensemble für zeitgenössische Musik eintreten wollen. In der Vergangenheit arbeitete die Akademie sowohl mit international anerkannten Solisten und Dirigenten zusammen, wie Enrique Mazzola und Patricia Kopatchinskaja, als auch mit Komponisten, die an wichtigen europäischen Musikinstituten lehren, wie Roland Moser (Musik-Akademie Basel). Die Akademie hat ein technisch-wissenschaftliches Komitee gebildet, dem bedeutende Vertreter aus unterschiedlichen Bereichen der klassischen Musik (von der Dramaturgie bis zur Organisation) angehören. Das Ensemble für zeitgenössische Musik stützt sich als Werkstatt auf eine innovative und effiziente Lehrmethode: Hier geht es nicht mehr darum, renommierte Lehrer und Maestri für den Unterricht zu verpflichten, sondern ausführende Musiker, die gemeinsam mit den Studierenden im Ensemble musizieren.

 

Accademia Neue Musik Bolzano

 

Der Mensch kann sein Los nur dann steuern, wenn er geschichtsbewusst handelt und sich in die Vergangenheit zurückversetzt; in dem er Vergangenheit und Zukunft verknüpft (...)

Niccolò Macchiavelli, Der Fürst

 

Vieles von dem, was Macchiavelli in diesem Zitat sagt, gilt auch für die Musik und ganz besonders für die zeitgenössische Musik. Man kann keine neue Musik schaffen, ohne sich deren Grenze bewusst zu sein; die Spannung der eigenen Grenze als Ressource und als Möglichkeit, auch wenn es um Interpretation und Rezeption eines soeben vollendeten musikalischen Werks geht. Beim Komponieren ist diese Grenze die Geschichte: eine von Musikern geschriebene Geschichte, die Musik vor uns geschrieben und interpretiert haben, die uns Wege und Richtungen gewiesen haben, die uns dazu angespornt haben, das in Forschung und Inspiration bereits Erreichte zu übertreffen, in jenem „Spiegel“ der jeder Künstler in Bezug auf seine eigene Zeit und seine Existenzsicht ist.

Für die Accademia Neue Musik Bolzano ist dieses Grenze und Ressource der Interpret, der Musiker, der spielt und sich dabei mit dem Komponisten auseinander setzt, sobald dessen Musik fertig gestellt ist. Der Ausführende ist hier wie jeder echter Künstler ein Lernender, immer auf der Suche nach der eigenen Perfektion. Diese nie endende Suche, ist die „Ousìa“ (Substanz – quod quid erat esse) oder das Wesen der Akademie. Diese Begegnung zwischen jungen Musikern und Komponisten hat es in der Vergangenheit immer gegeben, von der Zeit Vivaldis, Mozarts, Beethovens und Verdis - bis gestern, in unserer Gegenwart geschieht das jedoch eher selten. Deshalb erscheint uns die „antike“ Idee, Musik mit bewährten Dozenten und jungen Studenten während der Proben und im Konzert zu spielen, von grundlegender Bedeutung und ein geeigneter Weg zu sein, jene „fortuna“, von der Macchiavelli spricht, zu lenken, indem man „Vergangenheit und Zukunft verknüpft.“

Arnaldo de Felice